25. August 2026

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Kriegsvorbereitungen: Jetzt sucht der deutsche Geheimdienst seinen Nachwuchs in der Gamerszene

Kriegsvorbereitungen: Jetzt sucht der deutsche Geheimdienst seinen Nachwuchs in der Gamerszene

Vom Gamer zum Cyber-Agenten: Der BND sucht auf der Gamescom Nachwuchs für den digitalen Krieg

Die Grenze zwischen Computerspiel, Nachwuchswerbung und staatlicher Sicherheitspolitik wird zunehmend unscharf. Ausgerechnet auf der Gamescom in Köln, einem der weltweit größten Treffpunkte der Gaming-Kultur, geht der deutsche Auslandsgeheimdienst BND auf Personalsuche. Gesucht werden technikaffine Gamer und IT-Spezialisten – darunter Menschen mit Fähigkeiten, die künftig für offensive Cyberoperationen gebraucht werden könnten.

Wie der britische Telegraph am 24. August berichtet, schickt der BND Rekrutierer auf die Gamescom 2026. Hintergrund ist nicht einfach nur allgemeiner Personalmangel: Deutschland will seinen Auslandsgeheimdienst leistungsfähiger und im Cyberraum offensiver machen. Besonders gesucht werden deshalb Fähigkeiten in Cybersicherheit und Hacking.

Erst spielen, dann für den Geheimdienst arbeiten

Der BND hat dafür sogar seine eigene virtuelle Welt geschaffen. Mit „BND Legenden: Operation Blackbox“ können Messebesucher in die Rolle eines Geheimdienstmitarbeiters schlüpfen, Missionen erledigen und sich mit Hacking und Spionage beschäftigen. Die Verbindung zur Personalwerbung ist gewollt.

BND-Sprecherin Julia Linner erklärte bereits zur bisherigen Gamescom-Rekrutierung, man sehe deutliche Gemeinsamkeiten zwischen Gamern und den Menschen, die der Nachrichtendienst suche: Technikaffinität, das Schlüpfen in unterschiedliche Rollen, Missionen und die Beharrlichkeit, ein Ziel zu erreichen. Bereits 2025 betrieb der BND dafür einen rund 100 Quadratmeter großen Stand mit etwa 40 Mitarbeitern; der Messeauftritt samt Spiel kostete einen mittleren sechsstelligen Eurobetrag.

Was zunächst wie eine originelle Werbekampagne für einen etwas angestaubten Arbeitgeber klingt, bekommt durch die aktuelle deutsche Sicherheitspolitik eine andere Dimension.

Denn die Fähigkeiten sollen künftig möglicherweise nicht nur zur Abwehr von Angriffen eingesetzt werden.

Vom Cyber-Schutz zum „Hack back“

Nach dem aktuellen TelegraphBericht steht die Rekrutierung im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des BND. Diskutiert werden Befugnisse zum sogenannten „Hack back“: Der deutsche Auslandsgeheimdienst soll Cyberangriffe nicht lediglich beobachten und analysieren, sondern unter bestimmten Voraussetzungen selbst aktiv gegen gegnerische Systeme vorgehen können. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Russland und mutmaßlich staatlich gesteuerte Cyberangriffe.

Damit verändert sich auch die Bedeutung der Nachwuchswerbung.

Aus dem Gamer, der zu Hause virtuelle Missionen absolviert, könnte ein Mitarbeiter werden, der später an realen geheimdienstlichen Cyberoperationen beteiligt ist. Der Controller wird zur Tastatur, der virtuelle Gegner zum tatsächlichen Ziel und aus dem Spiel möglicherweise eine staatliche Operation.

Geheimdienste entdecken die Gaming-Kultur

Natürlich ist es grundsätzlich legitim, dass der BND dort Fachkräfte sucht, wo Menschen mit entsprechenden Fähigkeiten zu finden sind. Cybersicherheit ist für einen modernen Staat unverzichtbar, und die Gaming-Szene verfügt zweifellos über zahlreiche hochqualifizierte Programmierer und IT-Spezialisten.

Wie selbstverständlich ist es, wenn Geheimdienst, Militär und Rüstungssektor inzwischen in Räume vordringen, die vor allem von jungen Menschen als Unterhaltung wahrgenommen werden.

Das ist auch keine völlig neue Entwicklung. Bereits auf der Gamescom 2025 warben BND und Bundeswehr gezielt um Gamer. Auch Rheinmetall präsentierte sich dort. Kritiker warnten schon damals vor einer zunehmenden Vermischung von Gaming-Kultur, Militär und Sicherheitsapparat.

Nun bekommt diese Entwicklung eine neue Qualität: Deutschland diskutiert offensivere Geheimdienstbefugnisse – und sucht gleichzeitig in der Gaming-Szene nach den technischen Talenten, die diese neue Strategie umsetzen könnten.

Der BND nennt es Nachwuchsgewinnung. Kritischer betrachtet ist es Teil eines größeren Wandels: Deutschland rüstet nicht mehr nur mit Panzern, Raketen und Munition auf. Die Aufrüstung erreicht längst den digitalen Raum – und dafür werden jetzt die Hacker und Cyber-Agenten von morgen gesucht.

 

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